In der Aula der Gisela-Schulen, laut Schulleiter Dr. Eberhardt „einer der schönsten Räume der Schule“, bekamen 15 Schülerinnen ein ganz besonderes Zertifikat ausgehändigt. Sie hatten sich während der 10. und 11. Klasse dem Unternehmertum verschrieben und im Rahmen eines Projekt-Seminars eine vom Unternehmergymnasium Bayern in Pfarrkirchen initiierte und begleitete Ausbildung durchlaufen. Dabei konnten sie erste wertvolle Einblicke in die Berufswelt sammeln und selber unternehmerisch tätig werden.
Der feierliche Festakt wurde von Sophia Eberhardt (G6a) an der Violine, begleitet von Papa und Schulleiter Dr. Markus Eberhardt am Klavier, mit „L’estate“ (op.8 Nr.2 aus „Die vier Jahreszeiten“) von Antonio Vivaldi stimmungsvoll eröffnet. Im Anschluss begrüßte Dr. Eberhardt die Gäste. Neben Vertretern aus Stadt und Landkreis und einer Abordnung des Gymnasiums Pfarrkirchen freute er sich besonders über den Besuch von Frau Stephanie Lindner, Vorstandsvorsitzende der Hans-Lindner-Stiftung und Vorsitzende des Fördervereins des Unternehmergymnasiums Bayern. Dr. Eberhardt bedankte sich in diesem Zusammenhang auch bei den Unternehmern aus der Region, die als Paten fungiert hatten, bei den Eltern, die derartige Projekte immer tatkräftig unterstützen, und auch bei den betreuenden Lehrkräften StD i.K. Wolfgang Lang, StRin (RS) i.K. Melanie Schauberger und OStRin i.K. Christina Schurm. Bevor Dr. Eberhardt die Bühne für die Moderatorin des Abends Olta Hoxha (Q12) freimachte, ermunterte er die Schülerinnen noch, keine Angst davor zu haben, sich (unternehmerisch) zu engagieren. Er zitierte in diesem Zusammenhang eine Absolventin des Gymnasiums Pfarrkirchen, die während deren letzter Zertifizierungsfeier ihren Mitschülern den wohl häufigsten Satz der Bibel mit auf den Weg gegeben hat: „Fürchtet euch nicht!“ und wandelte diesen um in den Appell „Seid zuversichtlich und packt an!“
Moderatorin Olta Hoxha bat im Folgenden in charmanter Weise die Ehrengäste um ihre Grußworte. Andreas Rother, 2. Bürgermeister der Stadt Passau und selbst Pate einer der Schülerinnen, betonte die Bedeutung derartiger Projekte. Dadurch werde den jungen Menschen ermöglicht, sich auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und Neues umzusetzen. Solch ein Engagement sei natürlich auch für die Region Passau besonders wichtig, damit sie sich weiterentwickeln und wachsen könne.
Landrat Raimund Kneidinger hob im Anschluss den Fleiß hervor, mit welchem die Schülerinnen ihre Ideen umgesetzt haben. Solche Tugenden ließen auch in der Region Passau Unternehmen entstehen, die führend auf dem Weltmarkt sind. Er wünschte den Mädchen immer dieses „Blitzen in den Augen“, das am Anfang jeder großen Idee steht.
Die Vertreter des Unternehmergymnasiums Bayern, Schulleiter OStD Andreas Rohbogner und Projektleiter StR Markus Reiter, gingen in ihrem gemeinsamen Grußwort auf die positive Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Schulen ein. Bekannte Elemente der Ausbildung, z.B. der Kreativ-Workshop oder die Webinar-Reihe, profitieren von neuen Ideen und Impulsen und werden von beiden Seiten mit viel Herzblut gestaltet. Bei der „Tochtergesellschaft“ der Gisela-Schulen werde nicht nur am Gebäude gebaut, sondern es entstehe auch im Inneren immer wieder Neues.
Den Festvortrag des Abends hielt Hans Meyer, Bereichsleiter Unternehmensförderung IHK Niederbayern. Er gab anhand verschiedener Aspekte einen interessanten Einblick in den Wirtschaftsstandort Passau. So sei die Region Passau mit ihren Betrieben gut aufgestellt, zum Teil finden sich auch Unternehmen, die führend auf dem Weltmarkt seien. Ob Hightech- oder Tourismus-Branche – die niedrige Arbeitslosenquote und der hohe Export-Anteil der hiesigen Betriebe zeige die Leistungsfähigkeit der Region. Besonders hob Meyer in diesem Zusammenhang die digitalen Pluspunkte von Stadt und Landkreis Passau hervor: das INN.Kubator Gründerzentrum Passau, den Technologie Campus Hutthurm, das Technologiezentrum Energie in Ruhstorf oder das Technologietransferzentrum für digitale Sicherheit in Vilshofen. Selbstverständlich gebe es daneben auch noch Herausforderungen, die angepackt werden müssten, wie die Breitband- und Mobilfunk-Versorgung. Wichtig sei aber, sich zu engagieren und – in Anlehnung an ein Zitat von Ministerpräsident Markus Söder – „die guten Ideen in (Nieder-)Bayern“ zu lassen.
Bevor im Anschluss die Schülerfirma und ihre Mitglieder in den Mittelpunkt rückten begeisterte Magdalena Allinger (G9a) mit „I due fiumi“ (Ludovico Einaudi) die Gäste in virtuoser Weise am Klavier.
Hannah-Sophie Fenzl, 1. Vorsitzende, und Viola Wittmann, 2. Vorsitzende, stellten im weiteren Verlauf die erfolgreiche Schülerfirma Moèle vor und erläuterten souverän alle unternehmerischen Details. So erklärten sie den Namen ihrer Firma, der sich aus den Anfangsbuchstaben mo für modern und ele für elegant zusammensetzt und damit die Firmenphilosophie perfekt repräsentiert. Dem Wunsch der Unternehmerinnen, funktionale, aber elegante und zeitlose Produkte zu vertreiben, entsprechen sowohl der Schulplaner als auch die Schulkleidung. Das bereits bestehende Design wurde weiterentwickelt, so dass moderne und eben eher „schul-untypische“ Produkte entstanden. So bietet der Schülerplaner neben den bekannten Funktionen eines Hausaufgabenhefts eine Reihe besonderer Elemente: zum Beispiel sogenannte „Spickseiten“ mit englischen Vokabeln oder mathematischen Formeln.
Eine wichtige Rolle spielen im Rahmen der unternehmerischen Ausbildung die Paten, die die Schülerinnen vor Ort begleiten und beraten. In ihrem Dank, den jede Schülerin persönlich an ihren Paten richtete, gingen die Mädchen vor allem auf die wertvollen Erfahrungen ein, die sie in diesem Zusammenhang machen durften: Kundengespräche, Team-Besprechungen, Marketing-Strategien und vieles mehr.
Als Paten fungierten:
Andreas Haydn (HTP), Raphael Graswald (Werbeagentur Graswald-Heiligtag), Andreas Rother (Akustik- und Brillenhaus Rother), Doris Krompaß (Gesundheitscampus Klinik Jesuitenschlössl), Maria Timischl-Keller (Kinderarztpraxis Ortenburg), Axel Bewermeier (ZF), Sven Leindl (Starnberger Brauhaus), Nicole Sandner-Braun (Unternehmensberatung und systemisches Coaching), Michaela Fürst (Hairdesign & Make Up), Hans Josef Stadler (Brennstoffe), Eva Steziwka und Christiane Schmierer (Msg systems), Philipp Kraiss (FREDA), Antonia Schiermeyer (Niedermeyer Reisen), Stefanie Grinninger (AOK).
Nach der feierlichen Verleihung der Zertifikate durch Schulleiter Markus Eberhardt und die beteiligten Lehrkräfte an Sophia Bilek, Sophie Breitenfellner, Franziska Büschl, Hannah-Sophie Fenzl, Felicitas Günther, Alina Hanus, Eva Haumer, Carolina Högen, Olta Hoxha, Hannah Niggl, Benedicta Stadler, Rita Strunz, Laura Witt, Viola Wittmann, Emilia Wurzer bedankten sich die Schülerinnen noch ganz besonders bei allen, die zum Gelingen dieses festlichen Abends beigetragen hatten: bei Fachlehrerin Sigrid Haas und der R8d für die leckeren Häppchen, die während des abschließenden Stehempfangs gereicht wurden, bei Elke Sommer (Leitung Gebäudebewirtschaftung), Alfred Marold (Hausmeister) und Robert Schuster (Systemadministrator) für die tatkräftige Unterstützung in der Vorbereitung und natürlich bei ihren Mitschülerinnen Luisa, Magdalena und Sophia, die den Abend musikalisch begleitet hatten.
Mit den „Chants sans paroles“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski setzte Luisa Eberhardt (Violine), am Flügel begleitet von Markus Eberhardt, einen beeindruckenden Schlusspunkt unter einen besonderen Abend zu Ehren von 15 erfolgreichen Schülerinnen.
Gabi Maier



