Dort wurde der moderne Klassiker „Geschlossene Gesellschaft“ von Sartre aufgeführt. Das Stück handelt von drei Personen, die sich nach ihrem Tod in der Hölle befinden und sich dort mit ihren Taten auseinandersetzen müssen. Die Hölle ist jedoch kein Fegefeuer mit Teufeln, sondern ein Hotelzimmer, aus dem es kein Entkommen gibt. In den 80 Minuten Spielzeit wird deutlich, dass die drei Protagonisten versuchen, sich vor den anderen positiv darzustellen, und von der Bewertung durch die jeweils anderen abhängig sind. Letzteres stellt der Regisseur Yunus Wieacker in den Mittelpunkt: Die Menschen sind nicht zuletzt wegen Social Media unter Dauerbeobachtung und lechzen nach Aufmerksamkeit und Likes. Dementsprechend öffnete sich das Hotelzimmer zum Publikum und besonders die Zuschauerinnen in den ersten Reihen hatten immer wieder das Gefühl, direkt angesprochen zu werden. Gebannt verfolgten Schülerinnen und Lehrkräfte das Stück und die Zeit verging wie im Flug. Am Ende blieb Sartres Erkenntnis „Die Hölle, das sind die anderen“ und ließ das Publikum nachdenklich zurück. Mit frenetischem Applaus zeigten die Zuschauer ihre Begeisterung. Die Busfahrt zurück nach Passau stand im Zeichen der Nachbesprechung, denn der recht offene Schluss sorgte für reichlich Diskussionsstoff.
Kathrin Gerhardinger



