Seit 50 Jahren setzt sich der „Weiße Ring“, der 1976 von Fernsehjournalist Eduard Zimmermann gegründet wurde, für Menschen ein, die Opfer von Gewalttaten wurden. Bis heute sind über 400 Außenstellen in Deutschland entstanden, eine davon auch in Passau. Diese erhielt nun von den Realschülerinnen der Klasse 9b eine Geldspende in Höhe von 170€, die sie durch ihren Pausenverkauf an den Gisela-Schulen eingenommen haben. Dr. Christian Baumgartner nahm als Leiter der Passauer Außenstelle die Spende mit großer Freude entgegen.
Im Anschluss an die Spendenübergabe informierte Baumgartner die Schülerinnen über die Tätigkeiten des Weißen Rings. In erster Linie gehe es darum, den Opfern Gehör zu schenken: „Das hilft in vielen Fällen anfangs schon sehr.“ Der Verein ist Auffangstation für Betroffene von verschiedenen Formen von Gewalt und bietet sowohl finanzielle als auch materielle Unterstützung. Die Mitarbeitenden im Weißen Ring verstehen sich laut Baumgartner als „Lotsen“, die den Menschen beistehen, um ihre Erlebnisse zu verarbeiten oder wenn sie als Zeugen vor Gericht aussagen müssen. Jährlich werden mehrere Millionen Euro in die Opferhilfe investiert. Ebenso wichtig ist im Verein aber auch die Präventionsarbeit. In diesem Zusammenhang bietet Baumgartner regelmäßig Workshops zu verschiedenen Themen an, die v.a. das Thema Gewalt an Schulen beinhalten. Zur Veranschaulichung brachte er den Mädchen spielerisch die Auswirkungen von Mobbing nahe. Eindrucksvoll und mit Nachdruck zeigte er mit diesem Beispiel: „Ihr habt es selbst in der Hand, den Bann zu brechen und etwas gegen Gewalt zu unternehmen.“
Wolfgang Neumeier



