Foto: Benedikt Haintze
Niedernburger SMV bringt die Themen der Jugendlichen auf den Tisch
Am 2. Februar 2026 fand in der Aula der Gisela-Schulen eine Podiumsdiskussion mit allen Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt der Oberbürgermeisterin bzw. des Oberbürgermeisters in Passau statt. Im Mittelpunkt standen dabei die Anliegen, Wünsche und Erwartungen von Schülerinnen und Schülern an die künftige Stadtspitze. Die Veranstaltung bot Raum für Austausch, kritische Nachfragen und konkrete Zukunftsvisionen für ein jugendfreundliches Passau. Sie wurde von unserer SMV organisiert, die beiden Schülersprecherinnen Thea Lüftl (11. Klasse Gymnasium) und Ida Audebert (10. Klasse Realschule) moderierten die Diskussion.
Mitbestimmung und Beteiligung junger Menschen
Zu Beginn ging es um die Frage, wie Jugendliche in den kommenden sechs Jahren stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden können. Die Kandidatinnen und Kandidaten betonten die Bedeutung von Partizipationsformaten, die über symbolische Beteiligung hinausgehen. Immer wieder wurde von einem „Jugendbeirat“ oder „Jugendpalament“ gesprochen, auch niederschwellige digitale Formate soll es zukünftig geben. Insbesondere bei Themen wie Stadtentwicklung, Mobilität, Freizeitangeboten und Bildung soll die Passauer Jugend eine stärkere Stimme bekommen und ernsthaft in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Jugendkultur, Konzerte und Nachtleben
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Jugendkultur und Nachtleben. Viele Jugendliche äußerten den Eindruck, dass Passau im Vergleich zu früher an Attraktivität verloren habe. Die Diskussion machte deutlich, dass unter „attraktiver Jugendkultur“ nicht nur Partys, sondern auch niedrigschwellige Kulturangebote, Konzerte, offene Räume und kreative Freiräume, v. a. auch in den Stadtteilen verstanden werden. Die Kandidatinnen und Kandidaten waren sich einig, dass es hier neue Impulse braucht, um Passau für junge Menschen wieder lebendiger zu machen.
Soziales, Integration und Chancengerechtigkeit
Im Bereich soziale Gerechtigkeit wurde thematisiert, wie Jugendliche mit Migrationsgeschichte sowie aus finanziell schwächeren Familien besser unterstützt werden können. Dabei ging es um gleiche Chancen beim Zugang zu Bildung, Freizeitangeboten und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Kandidatinnen und Kandidaten stellten heraus, dass Integration und Chancengerechtigkeit eine zentrale Zukunftsaufgabe der Stadt seien, dass es hier aber schon viele Angebote, v. a. in den Vereinen, gebe.
Mobilität und Schülerbeförderung
Besonders intensiv diskutiert wurde die Verkehrssituation in Passau. Die aktuelle Lage rund um den Römerplatz, die Situation der Hängebrücke sowie die teilweise unzuverlässigen und schlecht getakteten Busverbindungen sorgten für deutliche Kritik seitens der Schülerinnen und Schüler. Konkrete Beispiele aus dem Schulalltag zeigten, wie belastend lange Fahrzeiten und überfüllte Busse sind. Auch Vorschläge wie ein Deutschland-Ticket oder ein 365-Euro-Ticket für alle Passauer Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse sowie eines Verkehrsverbunds mit dem Landkreis Passau wurden teils kontrovers diskutiert. Der Austausch der Argumente hat aber gezeigt, dass es hier erhöten Handlungsbedarf für den neuen Stadtrat und das neue Stadtoberhaupt gibt.
Blick in die Zukunft: Ein Jahr im Amt
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Kandidatinnen und Kandidaten gebeten, sich in das Jahr 2027 zu versetzen: Ein Jahr im Amt – welche drei konkreten Maßnahmen für Jugendliche wären bis dahin umgesetzt? Die Antworten zeigten unterschiedliche Visionen, machten aber eines deutlich: Die Belange junger Menschen sollen in der zukünftigen Stadtpolitik eine wichtigere Rolle spielen.
Insgesamt betrachtet war es ein sehr konstruktiver Abend, ein Wettbewerb der besten Ideen, der Lust auf Kommunalpolitik gemacht hat. — Und vielleicht war es ja auch die Geburtsstunde eines neuen Formates?
Markus Eberhardt



