UNESCO-Schule

Mit den OB-Kandidatinnen und OB-Kandidaten auf dem Podium

Gisela-Schulen Niedernburg am 05.02.2026

Info Icon Foto: Benedikt Haintze
Im Wettbewerb der besten Ideen für die Passauer Jugend: Urban Mangold (ÖDP), Andreas Vilsmeier (Passauer Liste), Armin Dickl (CSU), die beiden Moderatorinnen Ida Audebert und Thea Lüftl, Nika Kolitz (Linke), Stefanie Auer (Grüne), Siegfried Kapfer (FWG), Holm Putzke (FDP) und Andreas Rother (SPD)

Niedernburger SMV bringt die Themen der Jugendlichen auf den Tisch

Am 2. Febru­ar 2026 fand in der Aula der Gise­la-Schu­len eine Podi­ums­dis­kus­si­on mit allen Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten für das Amt der Ober­bür­ger­meis­te­rin bzw. des Ober­bür­ger­meis­ters in Pas­sau statt. Im Mit­tel­punkt stan­den dabei die Anlie­gen, Wün­sche und Erwar­tun­gen von Schü­le­rin­nen und Schü­lern an die künf­ti­ge Stadt­spit­ze. Die Ver­an­stal­tung bot Raum für Aus­tausch, kri­ti­sche Nach­fra­gen und kon­kre­te Zukunfts­vi­sio­nen für ein jugend­freund­li­ches Pas­sau. Sie wur­de von unse­rer SMV orga­ni­siert, die bei­den Schü­ler­spre­che­rin­nen Thea Lüftl (11. Klas­se Gym­na­si­um) und Ida Aude­bert (10. Klas­se Real­schu­le) mode­rier­ten die Diskussion.

Mit­be­stim­mung und Betei­li­gung jun­ger Menschen

Zu Beginn ging es um die Fra­ge, wie Jugend­li­che in den kom­men­den sechs Jah­ren stär­ker an poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen betei­ligt wer­den kön­nen. Die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten beton­ten die Bedeu­tung von Par­ti­zi­pa­ti­ons­for­ma­ten, die über sym­bo­li­sche Betei­li­gung hin­aus­ge­hen. Immer wie­der wur­de von einem ​„Jugend­bei­rat“ oder ​„Jugend­pa­l­a­ment“ gespro­chen, auch nie­der­schwel­li­ge digi­ta­le For­ma­te soll es zukünf­tig geben. Ins­be­son­de­re bei The­men wie Stadt­ent­wick­lung, Mobi­li­tät, Frei­zeit­an­ge­bo­ten und Bil­dung soll die Pas­sau­er Jugend eine stär­ke­re Stim­me bekom­men und ernst­haft in Ent­schei­dungs­pro­zes­se ein­ge­bun­den werden.

Jugend­kul­tur, Kon­zer­te und Nachtleben

Ein wei­te­rer Schwer­punkt lag auf dem The­ma Jugend­kul­tur und Nacht­le­ben. Vie­le Jugend­li­che äußer­ten den Ein­druck, dass Pas­sau im Ver­gleich zu frü­her an Attrak­ti­vi­tät ver­lo­ren habe. Die Dis­kus­si­on mach­te deut­lich, dass unter ​„attrak­ti­ver Jugend­kul­tur“ nicht nur Par­tys, son­dern auch nied­rig­schwel­li­ge Kul­tur­ange­bo­te, Kon­zer­te, offe­ne Räu­me und krea­ti­ve Frei­räu­me, v. a. auch in den Stadt­tei­len ver­stan­den wer­den. Die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten waren sich einig, dass es hier neue Impul­se braucht, um Pas­sau für jun­ge Men­schen wie­der leben­di­ger zu machen.

Sozia­les, Inte­gra­ti­on und Chancengerechtigkeit

Im Bereich sozia­le Gerech­tig­keit wur­de the­ma­ti­siert, wie Jugend­li­che mit Migra­ti­ons­ge­schich­te sowie aus finan­zi­ell schwä­che­ren Fami­li­en bes­ser unter­stützt wer­den kön­nen. Dabei ging es um glei­che Chan­cen beim Zugang zu Bil­dung, Frei­zeit­an­ge­bo­ten und gesell­schaft­li­cher Teil­ha­be. Die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten stell­ten her­aus, dass Inte­gra­ti­on und Chan­cen­ge­rech­tig­keit eine zen­tra­le Zukunfts­auf­ga­be der Stadt sei­en, dass es hier aber schon vie­le Ange­bo­te, v. a. in den Ver­ei­nen, gebe.

Mobi­li­tät und Schülerbeförderung

Beson­ders inten­siv dis­ku­tiert wur­de die Ver­kehrs­si­tua­ti­on in Pas­sau. Die aktu­el­le Lage rund um den Römer­platz, die Situa­ti­on der Hän­ge­brü­cke sowie die teil­wei­se unzu­ver­läs­si­gen und schlecht getak­te­ten Bus­ver­bin­dun­gen sorg­ten für deut­li­che Kri­tik sei­tens der Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Kon­kre­te Bei­spie­le aus dem Schul­all­tag zeig­ten, wie belas­tend lan­ge Fahr­zei­ten und über­füll­te Bus­se sind. Auch Vor­schlä­ge wie ein Deutsch­land-Ticket oder ein 365-Euro-Ticket für alle Pas­sau­er Schü­le­rin­nen und Schü­ler ab der 5. Klas­se sowie eines Ver­kehrs­ver­bunds mit dem Land­kreis Pas­sau wur­den teils kon­tro­vers dis­ku­tiert. Der Aus­tausch der Argu­men­te hat aber gezeigt, dass es hier erhö­ten Hand­lungs­be­darf für den neu­en Stadt­rat und das neue Stadt­ober­haupt gibt.

Blick in die Zukunft: Ein Jahr im Amt

Zum Abschluss der Ver­an­stal­tung wur­den die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten gebe­ten, sich in das Jahr 2027 zu ver­set­zen: Ein Jahr im Amt – wel­che drei kon­kre­ten Maß­nah­men für Jugend­li­che wären bis dahin umge­setzt? Die Ant­wor­ten zeig­ten unter­schied­li­che Visio­nen, mach­ten aber eines deut­lich: Die Belan­ge jun­ger Men­schen sol­len in der zukünf­ti­gen Stadt­po­li­tik eine wich­ti­ge­re Rol­le spielen.

Ins­ge­samt betrach­tet war es ein sehr kon­struk­ti­ver Abend, ein Wett­be­werb der bes­ten Ideen, der Lust auf Kom­mu­nal­po­li­tik gemacht hat. — Und viel­leicht war es ja auch die Geburts­stun­de eines neu­en Formates?

Mar­kus Eberhardt

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