Schulleben

Ein Abend voller Absurdität, Witz und Überraschungen

Gisela-Schulen Niedernburg am 03.03.2026

Info Icon Foto: Gabriele Maier

Niedernburger Theater-Crew zeigt tolle Inszenierung verschiedener absurder Szenen

„Ist denn die Welt ver­rückt gewor­den?“ Auf die­se Fra­ge eine Ant­wort zu fin­den, scheint ange­sichts der Rea­li­tät oft ganz ein­fach und ist den­noch unmög­lich. Ant­wor­ten hat­te die Crew des Pro­fil­fachs Thea­ter der Gise­la-Schu­len des­halb auch nicht parat. Den 15 Schü­le­rin­nen um Kurs­lei­ter Wolf­gang Rei­ter gelang es aber, das Publi­kum mit gro­ßer Spiel­freu­de und Pro­fes­sio­na­li­tät in die Welt des absur­den Thea­ters, in ​„Mr. Rei­ters Irren­haus“, zu ent­füh­ren. In einer Adap­ti­on von Ken Camp­bells Samm­lung ​“Mr. Pilks Irren­haus” ver­ein­te das Ensem­ble ein­zel­ne Mini­dra­men von Camp­bell und Daniil Charms sowie Gedich­te von Rin­gel­natz, Mor­gen­stern und Erich Müh­sam zu einem geschlos­se­nen und sehr gelun­ge­nem Theaterabend. 

Die von Cora Dobler (Q13) ver­fass­te Rah­men­hand­lung um Dr Fri­da (Lau­ra Rother) und ihre Assis­tenz­ärz­tin­nen (Hele­na Gibis und Julia Gru­ber) führ­te das Publi­kum – nicht als blo­ße Zuschau­er, son­dern als Pati­en­ten des Irren­hau­ses — durch die ver­schie­de­nen Sze­nen. Die zum Stab gehö­ren­de Kran­ken­schwes­ter (Pau­la Schus­ter) konn­te dabei ihrer – absur­den – Lie­be zu Gedich­ten frö­nen, bis hin zum ima­gi­nä­ren Mops aus ​„Ottos Mops“ von Joa­chim Rin­gel­natz, den sie fas­zi­niert auf der Büh­ne beob­ach­te­te. In den fol­gen­den Sze­nen bewie­sen die höchst moti­vier­ten Schau­spie­le­rin­nen ihr gro­ßes Talent: Sei­en es die Spio­ne aus Zim­mer 135 (Emma Har­rei­ter und Sophia Bild­ner), die Betei­lig­ten am ​„Zwi­schen­fall vor Gericht“ (Kris­ti­na Schrö­der, Cla­ra Jun­ge, Emma Jütt­ner, Sohia Bild­ner) oder die Mut­ter (Thea Lüftl), die die Hei­rats­ab­sich­ten ihres Soh­nes (Kris­ti­na Schrö­der) ein­fach nicht ver­ste­hen will oder kann oder … 

„Ja, ist denn die Welt ver­rückt gewor­den?“ Die­se Fra­ge hat­te auch am Beginn des Thea­ter­pro­jekts im Sep­tem­ber gestan­den und bei den Schü­le­rin­nen vie­le Ängs­te und Unsi­cher­hei­ten aus­ge­löst, die der schwie­ri­gen poli­ti­schen Welt­la­ge geschul­det sind. In der Kunst­form des absur­den Thea­ters erkann­ten die Mäd­chen des Wahl­fachs eine geeig­ne­te Mög­lich­keit der Kon­flikt­be­wäl­ti­gung. Die Welt zeigt sich dabei sinn­ent­leert, die Men­schen ver­einsamt und vol­ler Angst. So müs­sen die Figu­ren auf der Büh­ne im Sin­ne des Exis­ten­zia­lis­mus sich selbst ori­en­tie­ren und nach dem Sinn suchen. In den dadurch ent­ste­hen­den clow­nes­ken Situa­tio­nen, die jedoch oft­mals von der Trau­er über das Schick­sal der Figur über­la­gert wer­den, kann das Publi­kum – im bes­ten Fall — die Welt in ihrer Absur­di­tät erkennen. 

Am Ende steht eine tol­le Gesamt­leis­tung des Pro­fil­fachs Thea­ter: Neben den beein­dru­ckend agie­ren­den Schau­spie­le­rin­nen auf der Büh­ne ver­dient auch die Leis­tung von Regie (Anto­nia Fär­ber, Wolf­gang Rei­ter), Tech­nik und Licht (Lau­ra Fuchs, Anna Wach­ler), Kulis­se (Emma Jütt­ner, Cla­ra Run­ge) und Gestal­tung des Pro­gramm­hefts (Lina Küb­l­beck, Leni Wag­mann) und aller im Hin­ter­grund täti­gen Schü­le­rin­nen ein gro­ßes Kom­pli­ment. Zusam­men mit Kurs­lei­ter Wolf­gang Rei­ter gelang es ihnen in sehr über­zeu­gen­der Wei­se die Absur­di­tät der Welt vor­zu­füh­ren, so dass den Zuschau­ern oft das Lachen im Hal­se ste­cken blieb.

Gabrie­le Maier

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