Kunst

Zwischen Wunderwerken und Klimawandel

Gisela-Schulen Niedernburg am 23.07.2026

Info Icon Foto: Wolfgang Neumeier

Ausstellung „Welt entdecken“ in der NiedernburgGALERIE zieht Besucher in ihren Bann

„Welt ent­de­cken“ – Die­ses Mot­to trägt die neue Kunst­aus­stel­lung in der Nie­dern­burg­GA­LE­RIE. Seit Frei­tag, 17.07.2026, kön­nen Schü­le­rin­nen und Lehr­kräf­te dort Kunst­wer­ke von Mäd­chen bestau­nen, die von der fünf­ten bis zur zwölf­ten Klas­se Bil­der für die­se Aus­stel­lung pro­du­ziert haben. Ein zen­tra­les Anlie­gen war den Kunst­leh­rern laut Vere­na Schön­ho­fer, eine for­schen­de Hal­tung bei de Schü­le­rin­nen zu för­dern und sie neu­gie­rig dar­auf zu machen, die Welt selbst zu ent­de­cken. So stellt auch Kunst­leh­rer Flo­ri­an Lech­ner bei der Eröff­nung fest: ​„Es gibt viel in den Kunst­wer­ken der Schü­le­rin­nen zu entdecken“.

Die Viel­falt der Kunst­wer­ke kön­nen die Betrach­ter an den ver­schie­de­nen The­men und Mach­ar­ten erken­nen. Neben mytho­lo­gi­schen Moti­ven fin­den sich Dar­stel­lun­gen, die an den japa­ni­schen Man­ga-Stil ange­lehnt sind, außer­dem vie­le Tie­re. Zahl­rei­che plas­ti­sche Model­le, z.T. her­ge­stellt aus Recy­cling­ma­te­ria­li­en, wech­seln sich mit Male­rei­en ab, die zum gro­ßen Teil durch Zufalls­tech­ni­ken ent­stan­den sind. Eini­ge Wer­ke neh­men Bezug auf die nahe­ge­le­ge­ne His­to­ri­sche Wun­der­kam­mer der Staats­bi­blio­thek Pas­sau. Vie­le Aus­stel­lungs­ob­jek­te sei­en durch Up- oder Recy­cling von weg­ge­wor­fe­nen Gegen­stän­den ent­stan­den, so Lech­ner. Vier Schü­le­rin­nen des Gise­la-Gym­na­si­ums und des Gym­na­si­ums Leo­pol­dinum, die in der zwölf­ten Klas­se Kunst als Leis­tungs­fach bele­gen, stell­ten bei­spiel­haft ihre Wer­ke vor. Sophia Bilek prä­sen­tier­te ihren aus Papp­ma­ché und Holz­ele­men­ten geform­ten Hund, den sie mit Acryl­far­ben bemal­te. Ein Kunst­werk, das gleich­zei­tig eine per­sön­li­che Erin­ne­rung und ein Hin­weis sein soll: auf die Tier­welt gilt es zu ach­ten. Auf ande­re Wei­se mach­te Lau­ra Hütt­ner auf die Pro­ble­me auf­merk­sam, die unse­re Welt und die Tie­re nega­tiv beein­flus­sen. Aus Draht, Lebens­mit­tel­ver­pa­ckun­gen und Muf­fin-For­men gestal­te­te sie ein Modell, das einen Fisch umge­ben von Plas­tik­müll zeigt. Damit ver­weist das Kunst­werk auf die Beein­träch­ti­gung des Lebens­raums von Tie­ren und rich­tet gleich­zei­tig einen Appell an den Betrach­ter, Plas­tik­müll zu redu­zie­ren und umwelt­be­wuss­ter zu leben. Hele­na Lon­c­sek gestal­te­te eine Bie­ne mit ver­küm­mer­ten Flü­geln, um die Zer­brech­lich­keit ihres Lebens dar­zu­stel­len. Die ver­trock­ne­ten Äste außen her­um las­sen wie­der­um erken­nen, dass die Lebens­be­din­gun­gen für die Tier­welt häu­fig kaum noch Raum für Leben bie­ten. Auf eben­so ein­drück­li­che Art stell­te Nina Hieck­mann mit ihrem Modell eines Eis­bä­ren die­ses Pro­blem dar. Die­ser steht in ihrem Kunst­werk nicht etwa auf Eis, son­dern auf einer schlam­mi­gen Ebe­ne. Damit rich­tet sie den Blick auf den Kli­ma­wan­del, der dazu führt, dass die Pole schmel­zen und Lebens­raum für Eis­bä­ren und ande­re Lebe­we­sen immer knap­per wird. Mit ihren Bei­spie­len zeig­ten die vier Schü­le­rin­nen die ver­schie­de­nen Sei­ten des Aus­stel­lungs­mot­tos, näm­lich sowohl eine ​„hei­le Welt als auch Kri­tik.“ Die neu­en Kunst­wer­ke in der Nie­dern­burg­GA­LE­RIE sol­len die Betrach­ter zu einem bewuss­te­ren Umgang mit der Umwelt anre­gen. Und dies nicht nur in der Schul­fa­mi­lie, son­dern auch dar­über hin­aus. Für einen Abend in der Kunst­nacht ​„wan­der­ten“ eini­ge Kunst­wer­ke von der Nie­dern­burg­GA­LE­RIE in die Aula der Schu­le. Dort konn­ten Besu­cher zahl­rei­che wei­te­re Model­le und Bil­der der Schü­le­rin­nen bestau­nen oder eine Füh­rung durch das Fres­ken­mu­se­um mit­ma­chen. Die Mäd­chen der zwölf­ten Klas­se küm­mer­ten sich um Snacks und Geträn­ke. Für eine beson­ders atmo­sphä­ri­sche Stim­mung sorg­ten Han­nah Dei­ner, Imo­gen Dan­ner und Katha­ri­na Schmied mit ihren Musik­bei­trä­gen. So wur­den auch zahl­rei­che Besu­cher in der Kunst­nacht neu­gie­rig, die Welt zu ent­de­cken, und lie­ßen sich zu einer Ent­de­ckungs­rei­se anregen. 

Wolf­gang Neumeier

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