„Welt entdecken“ – Dieses Motto trägt die neue Kunstausstellung in der NiedernburgGALERIE. Seit Freitag, 17.07.2026, können Schülerinnen und Lehrkräfte dort Kunstwerke von Mädchen bestaunen, die von der fünften bis zur zwölften Klasse Bilder für diese Ausstellung produziert haben. Ein zentrales Anliegen war den Kunstlehrern laut Verena Schönhofer, eine forschende Haltung bei de Schülerinnen zu fördern und sie neugierig darauf zu machen, die Welt selbst zu entdecken. So stellt auch Kunstlehrer Florian Lechner bei der Eröffnung fest: „Es gibt viel in den Kunstwerken der Schülerinnen zu entdecken“.
Die Vielfalt der Kunstwerke können die Betrachter an den verschiedenen Themen und Macharten erkennen. Neben mythologischen Motiven finden sich Darstellungen, die an den japanischen Manga-Stil angelehnt sind, außerdem viele Tiere. Zahlreiche plastische Modelle, z.T. hergestellt aus Recyclingmaterialien, wechseln sich mit Malereien ab, die zum großen Teil durch Zufallstechniken entstanden sind. Einige Werke nehmen Bezug auf die nahegelegene Historische Wunderkammer der Staatsbibliothek Passau. Viele Ausstellungsobjekte seien durch Up- oder Recycling von weggeworfenen Gegenständen entstanden, so Lechner. Vier Schülerinnen des Gisela-Gymnasiums und des Gymnasiums Leopoldinum, die in der zwölften Klasse Kunst als Leistungsfach belegen, stellten beispielhaft ihre Werke vor. Sophia Bilek präsentierte ihren aus Pappmaché und Holzelementen geformten Hund, den sie mit Acrylfarben bemalte. Ein Kunstwerk, das gleichzeitig eine persönliche Erinnerung und ein Hinweis sein soll: auf die Tierwelt gilt es zu achten. Auf andere Weise machte Laura Hüttner auf die Probleme aufmerksam, die unsere Welt und die Tiere negativ beeinflussen. Aus Draht, Lebensmittelverpackungen und Muffin-Formen gestaltete sie ein Modell, das einen Fisch umgeben von Plastikmüll zeigt. Damit verweist das Kunstwerk auf die Beeinträchtigung des Lebensraums von Tieren und richtet gleichzeitig einen Appell an den Betrachter, Plastikmüll zu reduzieren und umweltbewusster zu leben. Helena Loncsek gestaltete eine Biene mit verkümmerten Flügeln, um die Zerbrechlichkeit ihres Lebens darzustellen. Die vertrockneten Äste außen herum lassen wiederum erkennen, dass die Lebensbedingungen für die Tierwelt häufig kaum noch Raum für Leben bieten. Auf ebenso eindrückliche Art stellte Nina Hieckmann mit ihrem Modell eines Eisbären dieses Problem dar. Dieser steht in ihrem Kunstwerk nicht etwa auf Eis, sondern auf einer schlammigen Ebene. Damit richtet sie den Blick auf den Klimawandel, der dazu führt, dass die Pole schmelzen und Lebensraum für Eisbären und andere Lebewesen immer knapper wird. Mit ihren Beispielen zeigten die vier Schülerinnen die verschiedenen Seiten des Ausstellungsmottos, nämlich sowohl eine „heile Welt als auch Kritik.“ Die neuen Kunstwerke in der NiedernburgGALERIE sollen die Betrachter zu einem bewussteren Umgang mit der Umwelt anregen. Und dies nicht nur in der Schulfamilie, sondern auch darüber hinaus. Für einen Abend in der Kunstnacht „wanderten“ einige Kunstwerke von der NiedernburgGALERIE in die Aula der Schule. Dort konnten Besucher zahlreiche weitere Modelle und Bilder der Schülerinnen bestaunen oder eine Führung durch das Freskenmuseum mitmachen. Die Mädchen der zwölften Klasse kümmerten sich um Snacks und Getränke. Für eine besonders atmosphärische Stimmung sorgten Hannah Deiner, Imogen Danner und Katharina Schmied mit ihren Musikbeiträgen. So wurden auch zahlreiche Besucher in der Kunstnacht neugierig, die Welt zu entdecken, und ließen sich zu einer Entdeckungsreise anregen.
Wolfgang Neumeier



