Foto: Ludwig Kohlhofer
Am Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocausts am 27. Januar 2026 hatten die Klassen G10a und G10b die Möglichkeit, zusammen mit Schülerinnen und Schülern anderer Passauer Schulen an einem Vortrag mit Ruth Melcer, einer Zeitzeugin der Shoa, teilzunehmen.
Frau Melcer war den Schülerinnen und Schülern dabei per Videokonferenz zugeschaltet.
Ruth Melcer schilderte in bewegenden Worten ihr persönliches Schicksal, das mit dem Einmarsch der Wehrmacht in Polen im Jahr 1939 begann. Zu diesem Zeitpunkt war sie vier Jahre alt, sodass sie sich weniger an konkrete Ereignisse erinnern konnte, jedoch eindrucksvoll beschrieb, wie die allgegenwärtige Angst auf die Kinder überging. Auch ihren Ausführungen über die spätere Deportation und die unmenschlichen Zustände im Vernichtungslager Auschwitz folgten die Gymnasiastinnen gebannt und betroffen. Ebenso waren die Schilderungen über ihre Rettung, das Wiedersehen mit ihren Eltern und ihr Leben im Nachkriegsdeutschland äußerst eindrucksvoll.
Zum Abschluss beendete Ruth Melcer die Konferenz mit dem Appell, dem Hass auf eine Menschengruppe keine Chance zu geben und sich entschieden für „das Geschenk der Demokratie“ einzusetzen, bevor es zu spät ist. Die Verbrechen der Nationalsozialisten begannen nicht mit der systematischen Ermordung der europäischen Juden, sondern mit Ausgrenzung und Hass – dem gilt es entgegenzutreten. Dies ist auch den Gisela-Schulen als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ein wichtiges Anliegen.
Die Stadt Passau organisierte die Veranstaltung im Zeughaus und lud die Teilnehmenden auch zur anschließenden Gedenkveranstaltung am Mahnmal an der Innpromenade ein. Zudem statteten die Schülerinnen den Stolpersteinen für die Familie Grünebaum in der Nikolastraße einen Besuch ab und legten Steine zum Andenken an Rosa und Margot Grünebaum nieder, die bis zu ihrer Flucht im Jahr 1934 unsere Schule besuchten.
Ludwig Kohlhofer



