Schule ohne Rassismus

G10a und G10b gedenken der Opfer des Holocausts

Gisela-Schulen Niedernburg am 29.01.2026

Info Icon Foto: Ludwig Kohlhofer

Am Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocausts am 27. Januar 2026 hatten die Klassen G10a und G10b die Möglichkeit, zusammen mit Schülerinnen und Schülern anderer Passauer Schulen an einem Vortrag mit Ruth Melcer, einer Zeitzeugin der Shoa, teilzunehmen.

Frau Mel­cer war den Schü­le­rin­nen und Schü­lern dabei per Video­kon­fe­renz zugeschaltet.

Ruth Mel­cer schil­der­te in bewe­gen­den Wor­ten ihr per­sön­li­ches Schick­sal, das mit dem Ein­marsch der Wehr­macht in Polen im Jahr 1939 begann. Zu die­sem Zeit­punkt war sie vier Jah­re alt, sodass sie sich weni­ger an kon­kre­te Ereig­nis­se erin­nern konn­te, jedoch ein­drucks­voll beschrieb, wie die all­ge­gen­wär­ti­ge Angst auf die Kin­der über­ging. Auch ihren Aus­füh­run­gen über die spä­te­re Depor­ta­ti­on und die unmensch­li­chen Zustän­de im Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz folg­ten die Gym­na­si­as­tin­nen gebannt und betrof­fen. Eben­so waren die Schil­de­run­gen über ihre Ret­tung, das Wie­der­se­hen mit ihren Eltern und ihr Leben im Nach­kriegs­deutsch­land äußerst eindrucksvoll.

Zum Abschluss been­de­te Ruth Mel­cer die Kon­fe­renz mit dem Appell, dem Hass auf eine Men­schen­grup­pe kei­ne Chan­ce zu geben und sich ent­schie­den für ​„das Geschenk der Demo­kra­tie“ ein­zu­set­zen, bevor es zu spät ist. Die Ver­bre­chen der Natio­nal­so­zia­lis­ten began­nen nicht mit der sys­te­ma­ti­schen Ermor­dung der euro­päi­schen Juden, son­dern mit Aus­gren­zung und Hass – dem gilt es ent­ge­gen­zu­tre­ten. Dies ist auch den Gise­la-Schu­len als ​„Schu­le ohne Ras­sis­mus – Schu­le mit Cou­ra­ge“ ein wich­ti­ges Anliegen.

Die Stadt Pas­sau orga­ni­sier­te die Ver­an­stal­tung im Zeug­haus und lud die Teil­neh­men­den auch zur anschlie­ßen­den Gedenk­ver­an­stal­tung am Mahn­mal an der Inn­pro­me­na­de ein. Zudem stat­te­ten die Schü­le­rin­nen den Stol­per­stei­nen für die Fami­lie Grü­ne­baum in der Niko­la­stra­ße einen Besuch ab und leg­ten Stei­ne zum Andenken an Rosa und Mar­got Grü­ne­baum nie­der, die bis zu ihrer Flucht im Jahr 1934 unse­re Schu­le besuchten.

Lud­wig Kohlhofer

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