Foto: Markus Eberhardt
Diözese Passau wird für die gelungene Renovierung des Rokokostöckls und des Heinrichsbaus ausgezeichnet
Seit dem Jahr 1976 vergibt die Stadt Passau alljährlich Preise für besonders gelungene Fassadenrenovierungen. Auch im Jahr 2024 wurden im Rahmen dieses traditionsreichen Wettbewerbs wieder herausragende Sanierungsprojekte gewürdigt. Die feierliche Prämierung fand im Kleinen Rathaussaal statt und wurde von Bürgermeister Andreas Rother vorgenommen.
Nach einem öffentlichen Aufruf konnten bis zum 5. September 2025 Vorschläge für Fassadenrenovierungen des vergangenen Jahres bei der Stadt Passau eingereicht werden. Insgesamt gingen zehn Bewerbungen ein. Ein fachkundiges Preisrichtergremium bewertete die eingereichten Projekte anhand gestalterischer, denkmalpflegerischer und handwerklicher Kriterien.
Die Diözese Passau als Bauherr wurde mit dem 1. Preis für die Sanierung des sog. „Rokokostöckls“ geehrt. Das Niedernburger Rokokostöckl ist ein schmaler, zweigeschossiger Kanzleibau mit Keller, der westlich vor der alten Abteikirche Niederburg an der Kreuzung der Jesuitengasse mit dem Klosterwinkel liegt. Errichtet wurde das Gebäude in der Mitte des 18. Jahrhunderts zwischen unter der Regentschaft der Äbtissin Antonia von Eiseneck (1746 bis 1774).
Bis zur Auflösung des Klosters der Englischen Fräulein im Jahr 2013 wurde das Gebäude von den Schwestern genutzt, die Kellerräume dienten einst als Armenspeisung. Heute befinden sich im Keller Fahrradabstellräume, im ersten Obergeschoss ein großzügiger Seminarraum für die W‑Seminare, Oberstufenkurse, Fachsitzungen und Fortbildungen sowie ein Sozialraum für das Hauspersonal. Im Obergeschoss sind nun die Lernmittel untergebracht. Die behutsame und hochwertige Renovierung überzeugte die Jury in besonderem Maße.
Mit einem Anerkennungspreis wurde die Renovierung des Heinrichsbaus ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Aufstockung des Gotischen Langhauses. Im Zuge der umfassenden Generalsanierung wurde das Dachgeschoss vollständig erneuert.
Der Heinrichsbau spielt heute eine zentrale Rolle im Schulalltag: Hier befinden sich moderne Fachräume für die Naturwissenschaften (Physik, Chemie und Biologie), ein Kunstraum sowie zwei Klassenzimmer. Die gelungene Verbindung von historischer Bausubstanz und zeitgemäßer schulischer Nutzung wurde von der Jury besonders hervorgehoben.
Wir freuen uns sehr über die Anerkennung durch die Stadt Passau. Der Preis würdigt nicht nur die hohe architektonische Qualität der Sanierung, für die das Architekturbüro Reiter — Hahne Passau verantwortlich ist, sondern auch die Bemühungen unseres Schulträgers, der Diözese Passau, eine enorme Summe in die Bildung junger Mädchen zu investieren.
Markus Eberhardt



