Glaube und Gemeinschaft

Schülerinnen auf der Suche nach Hoffnung

Gisela-Schulen Niedernburg am 10.04.2026

Info Icon Foto: Wolfgang Neumeier

23. Bibelnacht an den Gisela-Schulen

Ein Abend und eine Nacht in der Schu­le – mit jeder Men­ge Pro­gramm, tief­sin­ni­gen Gesprä­chen, krea­ti­ver Arbeit und ganz viel Gemein­schaft – das ist das Kon­zept der Bibel­nacht, an der die Nie­dern­bur­ger Schü­le­rin­nen ab der ach­ten Klas­se jedes Jahr teil­neh­men kön­nen. Die­ses Mal lau­te­te das Mot­to der Ver­an­stal­tung: Die Bibel – Ein Buch der Hoffnung“.

Bei der Auf­takt­ver­an­stal­tung in der Aula der Gise­la-Schu­len begrüß­te Schul­lei­ter Dr. Mar­kus Eber­hardt die rund 270Schülerinnen und zahl­rei­chen Lehr­kräf­te, die sich bereit erklärt hat­ten, Work­shops zum The­ma zu lei­ten und die ein­zel­nen Klas­sen wäh­rend der Über­nach­tung zu beauf­sich­ti­gen. In sei­nen ein­füh­ren­den Wor­ten ging er dar­auf ein, dass das dies­jäh­ri­ge The­ma ange­sichts der aktu­el­len Krie­ge in der Welt eine gro­ße Bedeu­tung hat. Um so mehr sei das Ziel die­ser Bibel­nacht, dass die Schü­le­rin­nen mit einem Gefühl der Hoff­nung in die Feri­en gehen kön­nen. Er rich­te­te vor­ab sei­nen Dank an Orga­ni­sa­tor Tho­mas Mader, die vie­len betei­lig­ten Lehr­kräf­te und zahl­reich anwe­sen­den Schü­le­rin­nen sowie an die Mäd­chen der Klas­se 10c aus der Real­schu­le, die unter viel Auf­wand die Aula in eine gro­ße Thea­ter­büh­ne ver­wan­delt haben. Die Schü­le­rin­nen führ­ten die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer anschlie­ßend auch in die Ver­an­stal­tung ein. 

In der Geschich­te, die sie auf­führ­ten, stell­ten sie ein Gespräch dar, wie es unter Freun­din­nen statt­fin­den könn­te: Wäh­rend ihrer Unter­hal­tung stellt sich her­aus, dass eine von ihnen das Gefühl von Hoff­nungs­lo­sig­keit und Selbst­zwei­fel hat. Ihre Gesprächs­part­ne­rin beginnt dar­auf­hin von ihrer Urgroß­mutter zu erzäh­len, die ihre Hoff­nung frü­her vor allem aus den Erzäh­lun­gen in der Bibel geschöpft hat­te. Anschlie­ßend wur­den ver­schie­de­ne Epi­so­den aus der Bibel sze­nisch von ande­ren Schü­le­rin­nen dar­ge­stellt, die von Momen­ten der Hoff­nung han­del­ten. Am Ende wird deut­lich: Hoff­nung gibt es nicht nur für Gewin­ner“, son­dern für jeden Men­schen: Gott küm­mert sich auch um die, die über­se­hen wer­den“. Aus­ge­hend von einer ande­ren Sze­ne um Jesus, der einer Sün­de­rin ver­gibt, zeigt sich außer­dem: Gott gibt dem Men­schen eine zwei­te Chan­ce. Durch die­se Bei­spie­le kom­men die bei­den Mäd­chen zu der Erkennt­nis, dass die Bibel ein Buch der Hoff­nung ist, auf die auch sie in ihrem Leben bau­en können.

Im Anschluss an die­se stim­mungs­vol­le Ein­füh­rung, die das Publi­kum mit gro­ßem Applaus wür­dig­te, schick­te Tho­mas Mader die Schü­le­rin­nen zu ihren ers­ten Work­shops, in denen sie sich mit dem The­ma Hoff­nung“ aus­ein­an­der­set­zen konn­ten. Die Lehr­kräf­te hat­ten dafür meh­re­re abwechs­lungs­rei­che Ange­bo­te vor­be­rei­tet. So ent­stan­den in den Work­shops z.B. Hoff­nungs­bil­der zu bibli­schen Erzäh­lun­gen oder die Schü­le­rin­nen konn­ten Glä­ser der Hoff­nung“ gestal­ten und Blu­men­töp­fe bema­len und bepflan­zen. Eben­so gut besucht war das Ange­bot von Katha­ri­na Schmid und Emi­lia Wur­zer, Rosen­krän­ze zu bas­teln. Fra­ter Ser­a­fim aus dem Klos­ter Nie­der­al­t­eich bot den Schü­le­rin­nen zudem an, einen Ein­blick dar­in zu bekom­men, wel­che Rol­le die Hoff­nung im Leben als Mönch oder Non­ne spielt.

Nach die­ser inten­si­ven Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma tra­fen sich alle Schü­le­rin­nen noch ein­mal in der Nie­dern­bur­ger Kir­che, um den Abend mit einer Andacht aus­klin­gen zu las­sen. Schü­le­rin­nen der Q12 zeig­ten unter Anlei­tung ihres Reli­gi­ons­leh­rers Erich Liebl in meh­re­ren kur­zen Sze­nen anschau­lich, wo Hoff­nung gefun­den wer­den kann. Den Abschluss mach­te die Per­for­mance-Grup­pe“ unter der Lei­tung von Adria­ne Bachl-Tana­ka, die mit einemein­stu­dier­ten Lich­ter­tanz“ mit Tee­lich­tern das Licht der Hoff­nung im Altar­raum der Kir­che auf­schei­nen ließ. Das Ent­schei­den­de, so hiel­ten die Schü­le­rin­nen fest, sei­en die Fra­gen wie Hoff­nung wach­sen kann und wie wie wir sie wei­ter­ge­ben kön­nen“. Schü­ler­spre­che­rin Thea Lüftl und Vale­s­ca Seid­ler aus der Klas­se G11a gaben in die­sem Sin­ne klei­ne Zet­tel mit Hoff­nungs­sprü­chen an die Schü­le­rin­nen­wei­ter. Für eine beson­de­re Atmo­sphä­re sorg­ten der Kir­chen­raum, der in grü­nes Licht getaucht war, und die musi­ka­li­sche Beglei­tung mit Gesang, Gitar­re und Klavier.

Die Bibel­sup­pe, die im Anschluss aus­ge­teilt wur­de, wur­de bis auf den letz­ten Tel­ler ver­zehrt. Danach stand die Nacht­ru­he auf dem Pro­gramm. Aber wie soll man schla­fen, wenn die bes­ten Freun­din­nen neben einem lie­gen und das nächt­li­che Schul­haus dar­auf war­tet, im Fins­tern erkun­det zu werden?Entsprechend schwer fiel das Auf­ste­hen am nächs­ten Mor­gen, denn bereits um 7 Uhr Früh war­te­te der Oster­got­tes­dienst als offi­zi­el­ler Abschluss der Bibel­nacht. Den gesam­ten fol­gen­den Schul­vor­mit­tag über blick­te man in müde, aber glück­li­che Schü­le­rin­nen­ge­sich­ter. Die, die zum ers­ten Mal dabei waren, fan­den die Bibel­nacht sehr schön“ und hat­ten auch viel Spaß bei den Ange­bo­ten“. Ihr Blick rich­tet sich daher schon hoff­nungs­voll auf das nächs­te Jahr, in dem sie wie­der an der Bibel­nacht teil­neh­men können.

Wolf­gang Neumeier

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